Kann ich durch meine Gedanken meine Gefühle steuern oder sollte ich lieber bestimmte Gefühle, wie beispielsweise Liebe, etablieren, um so meine Gedanken zu beeinflussen? Dass eine oberflächliche Trennung von Gedanken und Gefühlen schief geht, erfährt jeder Yogi und jede Yogini, wenn er oder sie sich mit diesem Thema beschäftigt. Sri R.Sriram und seine Frau Anjali gingen im Juni bei einem Wochenendseminar dieser Frage auf den Grund. Gastgeberin war Barbara Nagel der Yogaschule Miltenberg und Lebe im Lot war dabei.      

Dass unsere Gefühle uns immer wieder in gedankliche Konflikte bringen können ist menschlich. Daher sieht Yoga den Abstand zu den eigenen Gefühlen als hohes Gut. Dabei soll der/die Übende niemals emotionslos werden. Jedoch bewährt sich ein kurzes Innehalten, In-sich-schauen und Prüfen der eigenen Gedankengänge und der (reflektionslosen) Reaktionen, bevor er oder sie in die Aktion geht. Wer kennt es nicht, dass die Zunge manchmal schneller ist als der Kopf und wir Dinge sagen, die uns, ausgesprochen, sofort leid tun oder wir gerne ungesagt machen würden?

Yoga empfielt dazu, durch Meditation Abstand zu gewinnen. Um überhaupt meditieren zu können müssen wir āsana und prāṇāyāma üben. Dann können wir diesen Abstand dauerhaft etablieren, in dem wir das Gefühl, die innere Haltung an ein bestimmtes āsana „anketten“. Beharrliches Wiederholen bringt uns schließlich in die Lage unsere Gedanken und so auch die Gefühle zu lenken und zu prägen. Wir sind uns selbst nicht mehr ausgeliefert.

Sehr anschaulich ging Anjali auf die verschienen Gefühle, die wir haben ein, und vergab sogar Farben für diese.

 

 

      

 

Frieden, śānta, ist dabei der innere Zustand, der mir die Fähigkeit gibt, alles loszulassen, was ich bin und was mich konditioniert. Dann bin ich in bhava, einem Zustand, der andere Erscheinungsformen wahrnimmt.

Praxiseinheiten mit konzentrierter Ausrichtung und die Atemwahrnehmung im Kehlraum sowie den Atemfluss entlang der Wirbelsäule rundeten das interessante und lebendige Seminar ab. Vielen Dank an Sri Sriram und Anjali sowie Barbara Nagel.